Die Lancierungsveranstaltung des Healthcare Collective am 11. November 2025 brachte Akteur:innen aus Kliniken, MedTech, Pharma, Logistik und Nachhaltigkeits-Organisationen zusammen und machte deutlich: Dieses neu geschaffene Netzwerk ist weit mehr als eine Initiative – es ist ein gemeinsamer Aufruf zum Handeln in einem System, welches medizinisch weltweit führend jedoch ökologisch und strukturell unter Druck ist.
Schon zu Beginn der Veranstaltung war klar: Die Branche steht vor einem Paradox. „Wir behandeln Krankheiten, die wir durch unsere Lebens- und Wirtschaftsweise mitverursachen“, betonte Stephanie Tauber-Gomez, Deputy CEO von B Lab Switzerland. Durch unsere lineare Wirtschaftsmodelle, Ressourcenverbrauch und Emissionen wird das Schweizer Gesundheitssystem selbst zur Belastung. „Wir brauchen einen Wandel hin zu regenerativer Wohlstandsschaffung”, so Tauber-Gomez.
Sie zeigte auf, wie der PROSPER Kompass der Swiss Impact & Prosperity Initiative den Weg zu einem Verständnis von Gesundheit als Ausdruck regenerativer Prosperität weist – und damit zum Leitstern des neuen Kollektivs wird. Dieser Einstieg machte unmissverständlich klar, warum es jetzt einen sektorübergreifenden Zusammenschluss braucht.
Im Zentrum des Events standen die vier Gründungsmitglieder, die ihre jeweiligen Themenfelder präsentierten – allesamt Bereiche, in denen dringender Handlungsbedarf und enormes sektorweites Transformationspotenzial besteht:
Thomas Schefer von Cosanum rückte den Umgang mit Abfall in den Fokus: „Lasst uns aus einem Problem eine Chance kreieren: Machen wir aus medizinischen Abfällen neue Rohstoffe.“ Sein Ansatz des Hospital Mining zeigte beispielhaft, wie Kreisläufe entstehen können, wo heute lineare Ströme dominieren.
Für Teresa Pablos Espeso von Johnson & Johnson MedTech steht der Aufbau eines funktionierenden E-Waste-Rücknahmesystems ganz oben: „Lasst uns aus einem Problem eine Chance kreieren: Machen wir aus medizinischen Abfällen neue Rohstoffe.“ Sein Ansatz des Hospital Mining zeigte beispielhaft, wie Kreisläufe entstehen können, wo heute lineare Ströme dominieren.
Martina Bürgi-Hawel von der Schulthess Klinik zeigte, welche Rolle Beschaffung als Hebel für Veränderung spielt: „Ein strukturiertes Lieferantenmanagement ermöglicht die Integration von Nachhaltigkeitszielen in allen Beschaffungsprozessen.“ Transparenz, Standards und digitale Tools seien entscheidend, um Wirkung zu entfalten.
Hanns-Christian Mahler von ten23 health blickte auf die pharmazeutische Wertschöpfungskette: „Viele Probleme sind systemisch und brauchen die Zusammenarbeit – die nötige Masse und koordinierte Aktion.“ Besonders bei Scope 3-Emissionen sei Kooperation unvermeidbar. Sein Ziel: „Ein offenes Mindset der Zusammenarbeit, zum Wohle des grossen Ganzen.“
Diese Impulse machten eindrücklich sichtbar, wie viele Herausforderungen bereits adressiert werden – und wie viel voneinander unabhängiges Wissen heute noch unverbunden in einzelnen Organisationen schlummert.
Nach den Inputs vertieften die Teilnehmenden die Themen in vier parallelen Breakout-Sessions, moderiert von den jeweiligen Gründungsmitgliedern. Der Austausch war geprägt von einem klar erkennbaren Willen, Sektorgrenzen zu überwinden. Die Diskussionen zeigten:
Die Breakout-Sessions machten deutlich, dass das Healthcare Collective der Ort sein kann, an dem solche Erkenntnisse aufeinandertreffen, Impulse gebündelt werden und in skalierende Lösungen überführt werden.
In einer Zeit, in der Umweltbelastung, Ressourcenknappheit und gesellschaftliche Verantwortung auch das Gesundheitswesen erreichen – ist es kein Luxus mehr, Nachhaltigkeit thematisieren zu müssen. Es ist dringlich.
Das Healthcare Collective markiert einen Wendepunkt, weil es:
Mit dem Healthcare Collective werden aus Worten Taten: Aus den vier Fokusthemen der Gründungsmitglieder entstehen vier Arbeitsgruppen, die gemeinsam konkrete Nachhaltigkeitslösungen entwickeln und vorantreiben. „Wir sind kein Projekt. Wir sind eine Bewegung“, betonte Thomas Schefer – ein Anspruch, der den Geist des Kollektivs prägt.
Das Kollektiv versteht sich als:
In den kommenden Monaten werden Arbeitsgruppen, Pilotprojekte und Austauschformate folgen. Wir laden alle Akteur:innen der Gesundheitsbranche ein: Bringen Sie Ihre Erfahrungen, Ihre Ideen, Ihre Hands-on-Mentalität ein. Gemeinsam können wir den Wandel gestalten – nicht irgendwann, sondern jetzt.
Jetzt Arbeitsgruppe beitreten und Transformation mitgestalten